Montag, 31. Mai 2010

Eingeweht

Seit über 36 Stunden haben wir Starkregen und Sturm. Der Wind ist weiter zunehmend. Im Hafen haben wir momentan an die 40 Knoten in den Spitzen. Der DWD hat den stärksten Wind für heute Nacht angesagt mit 9 BFT. Das Wasser weht im Hafen von den Wellenkämmen ab. Welch ein Glück bei solchen Bedingungen nicht draußen auf dem Meer zu sein. Auf dem Radar und AIS verfolgen wir die Großschifffahrt. Alle anderen Boote scheinen sich in Häfen verzogen zu haben. Die Natur hat eine beeindruckende Gewalt.

Freitag, 28. Mai 2010

Sassnitz

Bei schwachem Wind aus ONO sind wir gestern in Sassnitz angekommen und liegen, mit 1.450m an der längsten Aussenmohle Europas. Der Baubeginn datiert auf das Jahr 1889 und die endgültige Fertigstellung war 1912. Die Jasmund Steilküste mit Ihren Kreidefelsen liegen hier gleich um die Ecke. Caspar David Friedlich ließ sich 1818 hier zu seinem berühmtesten Gemälde Kreidefelsen auf Rügen inspirieren.

Mittwoch, 26. Mai 2010

Unterwegs

Wir sind durch den Greifswalder Bodden nach Gager auf Rügen gesegelt. Hier haben wir zwei Schäfern zugeschaut, die versuchten ihre Schafherde mit einem Traktor in das Gatter zu jagen. Die Sache sah etwas nach „Wetten dass“ aus und wir haben uns prächtig amüsiert. Erfolgreich waren sie erst, nachdem sie mit dem Traktor nicht mehr die Schafe getrieben, sondern einen Schäferhund geholt hatten.

Montag, 24. Mai 2010

Pfingsten

Am Samstag ist Susanne nach einer abenteuerlichen Zugfahrt mit defekter Lokomotive hier in Greifswald angekommen. Gestern waren wir zum Eingewöhnen das erste Mal zum Segeln draußen. Wir hatten 5 BFT und beste Segelbedingungen im 1. Reff. In der Sonne war es angenehm warm und bei einem Meter Welle wurden wir auch nicht sonderlich durchgeschüttelt. Ein toller Tag!
Heute haben wir mit dem Tief über dem Kattegat zu tun und es regnet viel bei mäßigen Temperaturen knapp über 10°C

Samstag, 8. Mai 2010

XENIA ist im Wasser


Seit gestern schwimmt XENIA wieder im Wasser. Leider ist gerade der Kran in der Hanse Werft defekt, so dass sie mit einem großen Autokran ins Wasser gehoben wurde. Der Deutsch Wetterdienst hatte außerdem eine Near Gale Warning mit Böen von 9 BFT ausgegeben, so dass der Krantermin insgesamt in Frage gestellt war, da das Kranen mit stehendem Rigg, durch zuviel Wind gefährlich werden kann. Am Nachmittag hat der Wind dann nachgelassen und das Boot konnte ohne Probleme ins Wasser gehoben werden.

Heute war ich mit der Christian Müther unterwegs. Wir waren in Lubmin und haben die neue Ostsee-Gas-Pipeline angeschaut. Es war sehr kalt und wir hatten Flaute aber keinen Regen. Es war eine schöne Stimmung an Bord und die Ausfahrt hat Spaß gemacht.

Sonntag, 2. Mai 2010

Tjalk Christian Müther

Zwischenzeitlich habe ich einige Leute vom Greifswalder Museumshafen kennen gelernt. Gestern war ich das erste Mal als Crewmitglied der Christian Müther auf dem Greifswalder Bodden. Bei dem Schiff handelt es sich um eine Tjalk von 1904 mit 32 Meter Länge über alles und ca. 150 Tonnen Gewicht. Wir waren 8 Personen Crew und 42 Gäste an Bord. Die Ausfahrt wurde gemeinsam mit der Vorpommern durchgeführt.
Das Schiff fährt sich schon sehr viel anders als meine Xenia. Es liegt extrem träge auf dem Ruder und man muss alle Kursänderungen eine halbe Minute vorher einleiten.
Das Wenden und Anlegen im Museumshafen ist für ein Schiff dieser Größenordnung und mir als Traditionsschiffanfänger am Ruder, eine echte Herausforderung. Dank der präzisen Kommandos von Skipper Jörg, hat die Sache dann aber doch gut geklappt und ich hab mich gefreut wie ein Schneekönig, dass ich es hingekriegt hab.